Dies & Das

So funktioniert der Wocheneinkauf mit wenig Geld!

Tomate

Beim Essen mag ich es lecker, gesund, frisch und nachhaltig. Geht das auch mit dem HartzIV-Regelsatz und wenig Geld? In einem Selbstversuch probiere ich es für eine Woche aus. Zur Erinnerung: Zu zweit haben wir für Essen ein Budget von exakt 40,97 Euro.

Trotz wenig Geld: Ich will’s lecker und gesund!

Ich gebe es zu: Ich mache mir relativ viel Gedanken über Ernährung. Ich nehme mir nicht viel Zeit zum Kochen aber ich möchte, dass auf den Tisch leckere, gesunde und frische Sachen kommen. Dabei versuche ich auch nachhaltig einzukaufen und setze unter anderem auf einen Mix aus saisonalen, regionalen und Bio-Produkten. In letzter Zeit beschäftigt mich das Thema „Zero Waste“ – ich versuche also Plastikmüll zu vermeiden. Stoffbeutel beim Einkaufen sind dabei Standard und ich greife inzwischen immer mehr zu Glasbehältern oder Lebensmitteln ohne Verpackung. Aber ich gebe zu, ich bin da noch ein absoluter Anfänger. Trotzdem: Unsere Plastiktonne ist längst nicht mehr so voll wie noch vor einigen Monaten. Wir essen mehrmals täglich Obst und Gemüse. Fleisch mögen wir – allerdings nicht täglich. Meine Lieblingsmahlzeit ist das Mittagessen. Mein Sohn (6) isst nach eigenen Angaben am liebsten: „IMMER!“ Wir haben also unsere Ansprüche beim Essen. Lassen sich diese mit wenig Geld und dem HartzIV-Regelsatz erfüllen?

Einkaufsliste: Lebensmittel für eine Woche.Wir haben es beim Samstageinkauf in einem der Discounter mit vier Buchstaben ausprobiert. Auf dem Weg dorthin das Grundsatzgespräch mit dem Kind: „Heute keine Extras, keine Chips, keinen Süßkram und so, einverstanden? Und du musst mir beim Rechnen helfen, okay?“ Auch beim Schlendern über den Wochenmarkt haben wir uns die Waffel und den Kaffe ToGo verkniffen. Zu meinem Erstaunen willigt der Lieblingsmensch ein. Das hier ist eine Herausforderung – und er will sie meistern.

OMG! Ich verzichte freiwillig auf Kaffee!

Wir schieben unseren Wagen also vorbei an den vollen Regalen. „Da sind wir raus“, erkläre ich ihm bei süßen Cerealien. „Da sind wir raus“, erklärt er mir beim Kaffee. Ein Kunde lacht sich im Vorbeigehen schlapp und ich überschlage im Kopf die Summe, die mit jedem Teil mehr im Wagen landet. Mit unserem Geld kaufe ich heute Essen und Getränke und sogar einige Grundnahrungsmittel, von denen ich eigentlich glaube, dass sie vermutlich jeder im Haus hat: Nudeln, Mehl, Haferflocken, Butter, Marmelade . . . Was ich nicht kaufe: Essig und Öl, Gewürze, Zwiebeln, Knoblauch, Zucker und Honig. Das sind aber typische Dinge, die ich zum Kochen brauche. Sollte etwas davon in dieser Woche ausgehen, muss ich es wohl oder übel nachkaufen. Auf eine Sache verzichte ich freiwillig: KAFFEE und das wird mir nicht leichtfallen – ich bin ja Journalistin.

Am Ende zahlen wir genau 38,90 Euro

Was wir dieses Mal nicht tun: kein Stöbern im mittleren Gang nach Sachen, die man nicht unbedingt braucht aber trotzdem gerne kauft. Wir einigen uns, welchen Tee wir kaufen, weil wir ihn beide trinken. Und der Sohn sucht aus, welches Gemüse er auch wirklich bereit ist zu essen. Ansonsten habe ich eine grobe Vorstellung davon, was ich normalerweise esse, ansonsten koche ich eher spontan (vielleicht ist das ein Fehler, aber alles, wirklich alles in mir streubt sich gegen einen strikten Wochenplan . . . Ich brauche Spontaneität – auch auf dem Teller).

Am Ende zahlen wir genau 38,90 Euro. Das Wochenbudget haben wir also eingehalten. Ich wollte weniger ausgeben aber für die Grundnahrungsmittel Nudeln & Co. hatte ich mich erst im Laden entschieden. Gebraucht hatte ich sie nicht wirklich aber der Versuch sollte schlüssig sein. Jetzt habe ich allerdings auch schon eine Idee, wie wir an ein paar Extra-Euro kommen (ich sag nur: 3. Etage Altbau Leergut. . .). An der Kasse wandert noch Fairtrade-Weingummi aufs Band. Ab und an brauchen wir etwas Süßes, da bin ich sicher. Wir sind bereit!

Was es ab jetzt bei uns gibt, siehst Du auf Instagram unter dem Hashtag #ArmeLeuteEssen

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