Dies & Das, Familie

Andere Kinder haben auch nette Mütter . . .

Für die besten Mütter: ein altes Auto mit Stil.

. . . aber meine ist die Beste

Wenn man ein Kind hat, geht es nicht anders: Man schaut sich ständig die eigenen Eltern an. Wie haben die das damals gemacht? Was lief gut, was richtig schlecht? Plötzlich ploppen Erinnerungen auf, die man längst vergessen oder zurecht verdrängt hatte. Bei mir blieb eines nicht aus: Ich habe mich sehr oft mit meiner eigenen Mutter verglichen. Und manchmal wurde daraus fast so etwas wie ein spätpubertärer Abgrenzungsprozess. Nach dem Motto „Niemals werde ich so!“. Aber und das ist der andere Nebeneffekt – ich habe auch gesehen, dass Mama F. vieles sehr, sehr gut und richtig gemacht hat. Und dass ich in vielen Dingen bitte ganz genauso sein möchte – als Frau und auch als Mutter.

11 Dinge, die ich an meiner ♥ Mom ♥ liebe

1. Sie hat mir beigebracht, was eine Bauchkuhle ist

Diese Stelle, die entsteht, wenn man die Beine leicht anwinkelt. In die man sein Kind sachte hineinzieht – oder in die es mit voller Wucht seinen Hintern rammt -, wenn es nachts ins Bett gekrochen kommt. Diese Stelle, die jeden Alptraum vergessen macht und in der man sich so geborgen fühlt. Auch wenn man längst in der Schule und eigentlich zu alt für solche Kuscheleien ist.

2. Sie hat mir gezeigt, dass man Musik am besten laut hört

Nina Simone, James Brown, Isaac Hayes, Curtis Mayfield – und immer wieder Nina Simone … Alle Fenster auf und dann die Musik aufdrehen, mitsingen und tanzen. So geht das! Der Musikgeschmack meiner Mutter war der Hammer und ihre Plattensammlung hat einen Ehrenplatz in meinem Wohnzimmer.

3. Für sie ist Bildung viel aber ein gutes Herz alles

Als Kind war ich auf mehr Vernissagen und Lesungen als andere Menschen in ihrem ganzen Leben. Unser Bekanntenkreis: artsy people und viele sehr belesene Frauen und Männer. Doch die Botschaft der weltbesten Mama: „Das nützt alles nix, wenn das Herz dumm ist.“ Richtig!

4. Sie hat die schönsten Augen der Welt

. . . honigbraun, mit einem Hauch grün und voller Liebe

5. Sie hat in High-Heels die Schweine gefüttert

Dem ist nichts hinzuzufügen.

6. Sie war so cool in ihrem VW Käfer

Der Erste war gelb und aus vier Autos zusammen geschweißt. Der zweite Käfer war „schlüpferblau“, alles nur nicht rostfrei, und meiner Mutter furchtbar peinlich. Trotzdem sah sie immer so großartig darin aus, obwohl die Heizung sich auch im Hochsommer nicht ausschalten ließ. Kein Wunder, dass wir bei jeder Panne spätestens nach fünf Minuten Hilfe hatten.

7. Sie hat die wildesten Partys gefeiert

Jede Feier eine Legende. Meine Mutter hatte das Zeug zum Rockstar.

8. 1972 hat sie meinen Vater geheiratet

Why not? So kann man auch einen Antrag annehmen. „Die Liebe ihres Lebens“ – ein Mann aus Nigeria (Westafrika) – wurde vom eigenen Vater nur mit Stirnrunzeln kommentiert. „Musste das sein?“, fragte der norddeutsche Mann mit den grauen Augen sie damals. Ja, musste es. Auch wenn das Paar in der Heimatstadt niemand trauen wollte. Also sagte sie „JA“ in München, trat aus der Kirche aus und zog nach Amerika. Konsequent, das verrückte Ding.

9. Sie ist so exzentrisch

Sie hatte es manchmal schwer mit ihrem spießigen und überkorrekten Kind. „Normal“ konnte sie nämlich nicht. Bei uns wurde immer improvisiert, nichts war perfekt. Im Nachhinein: ziemlich phantastisch und der beste Input fürs Leben.

10. In ihrem Kopf sind Gedichte

Lyrik. Kurz. Prägnant. Hart. Manchmal vulgär. Auf den Punkt. Richtig gut.

11. Sie hat mit ihrem Enkelsohn Mittagsschlaf gemacht

Siesta-Zeit: Im Halbkreis hat sie sich um ihn gelegt, ihn zugedeckt und vor jeder Gefahr beschützt. Wenn ich müde von der Arbeit nach Hause kam, dann war da ein friedlicher Raum voller Liebe.

♥♥♥

 

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